Das Komitee zur Erhaltung der Kirche in Gruorn e. V.

Auch wenn die Bewohner das Dorf verlassen und sich an anderen Orten ein neues Leben aufbauen mussten, zog es sie immer wieder in ihre alte Heimat zurück. Bereits in den 1950er Jahren begannen die ehemaligen Dorfbewohner sich wieder zu treffen. Über die Jahre wurde das Zusammentreffen an Pfingsten in Gruorn zu einer festen Institution. Im Rahmen des Pfingsttreffens 1968 beschlossen sie, wenigstens die Kirche vor dem Verfall – und Gruorn vor dem Vergessen – zu bewahren. 

In den ersten Jahren firmierte das Komitee als lose, selbstorganisierte Gruppe. Dies änderte sich am 01. November 1973. Um auch als rechtliche Person handeln zu können, wurde das Komitee in einen eingetragenen Verein umgewandelt. Damals hatte das Komitee bereits 130 Mitglieder, zumeist Gruorner und ihre Familien. Das Komitee konnte nun Verhandlungen mit den verantwortlichen Stellen der Verwaltung des Truppenübungsplatzes aufnehmen. Ergebnis war eine erste Vereinbarung, welche es dem Komitee erlaubte, jährliche Treffen abzuhalten und die Kirche zu diesem Zwecke instand zu setzen und zu unterhalten.

In Partnerschaft mit den Behörden, dem Militär, regionalen Handwerksbetrieben, interessierten Unterstützern und vor allem in vielen tausend Stunden Eigenleistung konnte das Komitee sein gesetztes Ziel erreichen und die Stephanuskirche wiederaufbauen und erhalten.

Seit dieser Zeit finden jährlich Zusammentreffen zu Pfingsten und Allerheiligen statt. Mit großem Engagement kümmern sich die Mitglieder um die Vorbereitung und Durchführung der Treffen, die Pflege des Friedhofs und der Kirche und den Kontakt der Gruorner untereinander. 

2006 wurde der Truppenübungsplatz Münsingen aufgelöst und ca. 50 Kilometer Wege wurden für Radfahrer und Fußgänger freigegeben. Gruorn ist seitdem wieder für jeden zugänglich und wurde als Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb zu einem wichtigen Ausflugsziel. 

Zwischen Ostern und Allerheiligen ist für das Komitee Saison; die Stephanuskirche, das Heimatmuseum und die Wirtschaft im Schulhaus laden zum Besuch ein. 

An Sonn- und Feiertagen finden jeweils öffentliche Geschichts- und Kirchenführungen statt. Darüber hinaus können bei der Touristik Information Münsingen Gruppenführungen gebucht werden. Im Rahmen der Führungen besuchen so jedes Jahr rund 4.500 Besucher die Kirche. Zusätzlich bieten Rundweg, verschiedene Tafeln sowie Broschüren und das Museum Interessierten die Möglichkeit, Gruorn und seine Geschichte selbstständig zu erkunden. 

Das Komitee organisiert jedes Jahr verschiedenste Veranstaltungen. Den Mittelpunkt bilden die Heimattreffen zu Pfingsten und Allerheiligen. Diese locken noch immer jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern nach Gruorn. Zusätzlich finden über das Jahr verteilt Gottesdienste, Konzerte, Vorträge zu verschiedensten Themen und Veranstaltungen für Familien und Kinder statt. Darüber hinaus pflegt das Komitee eine enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen und weiteren Institutionen.

Aus einem losen Verbund ehemaliger Bewohner ist ein Verein entstanden, der es über die Jahre geschafft hat, aus einem verlassenen Dorf ein wichtiges Ziel für Geschichtsinteressierte, Ehemalige und Touristen zu machen.

Das Komitee hat rund 250 Mitglieder, davon sind gut die Hälfte tatsächlich noch familiär mit Gruorn verbunden. Trotz aller Anforderungen und Aktivitäten, die spätestens die Öffnung des Truppenübungsplatzes mit sich gebracht hat, sieht das Komitee seine Kernaufgabe immer noch im Erhalt der Kirche. 

Das Komitee zur Erhaltung der Kirche in Gruorn e. V. freut sich über Interessierte, Unterstützer und natürlich auch über neue Mitglieder.


Aktueller Vorstand seit 1. November 2019

1. VorsitzenderAlfred Weber
2. VorsitzenderAdolf Vöhringer
Stellvertretender
2. Vorsitzender
Hans Lamparter
KassenwartStefan Reutter
SchriftführerinUlrike Bleher
BeisitzerinMargarethe Brändle
BeisitzerHubert Knupfer
BeisitzerDieter Schmid
Beratendes MitgliedMike Münzing
Beratendes MitgliedChristian Bückle
Beratendes MitgliedMarkus Glück



Stellungnahme zu den Aufgaben des Vorstandes:

Wenn man die Satzung eines Vereins zur Hand nimmt, ergeben sich daraus in der Regel die Aufgaben des Vorstands. In unserem Fall genügt eigentlich schon der Name des Vereins, der den Kern unserer Hauptaufgabe beschreibt: Wir tragen Sorge dafür, dass die Stephanuskirche in Gruorn erhalten bleibt. Dies bedeutet die ständige Kontrolle der Bausubstanz und Behebung von Schäden. Dazu gehört auch das Aufstellen einer soliden Finanzierung für diese Aufwände. Soweit die Arbeiten nicht ausschließlich von Profis durchgeführt werden müssen, organisieren wir Freiwillige für diese Arbeiten und beteiligen uns natürlich auch aktiv selbst. Selbstverständlich finden diese Aktionen stets unter fachlicher Anleitung eines Profis statt.

Die zweite Aufgabe ist die Vereinsführung, diese beinhaltet die klassischen Aufgaben eines Vereinsvorstands. Zusätzlich organisieren wir über das Jahr verschiedene Treffen und Veranstaltungen wie das Pfingsttreffen, Treffen an Allerheiligen mit Mitgliederversammlung, Konzerte und sonstige Aktivitäten vor Ort.

Seit der Öffnung des Truppenübungsplatzes ist die Organisation der Betreuung von Besuchern in Gruorn und die Aufbereitung des geschichtlichen Kontexts eine wichtige Aufgabe. Hier versuchen wir stets, die Balance zwischen den Bedürfnissen der Besucher und den Bedürfnissen des Ortes und seiner Geschichte zu wahren.
Eine weitere wichtige Aufgabe des Vorstands ist die Vertretung des Vereins nach außen. Er hält also den ständigen Kontakt zu Behörden, Organisationen und Partnern.